Eine Kirche. Eine Bigband. Eine Nacht, die so niemand erwartet hatte.
Als die Jazzrausch Bigband mit ihrem Programm “For Heaven’s Sake” in St. Lukas gastierte, war von der ersten Minute an klar: Das ist etwas anderes. Blechbläserinnen und Blechbläser verteilten sich auf der ringförmigen Empore mitten im Publikum. Die große Steinmeyer-Orgel war Teil des Klangs. Und alle im Raum hatten Kopfhörer auf — denn das war das Konzept: eine Silent Disco, aber eine wie keine andere.
Was durch die Kopfhörer kam, war elektronische Livemusik, eigens für diesen Abend komponiert von Leonhard Kuhn. Was durch den Raum kam, war der echte, physische Klang von Blechbläsern und Orgelpfeifen. Beides zusammen, überlagert, ineinander verwobener — das war nicht nur zu hören. Das war zu spüren. Im Bauch. Im Boden. In den Wänden.
Und dann der Raum selbst: die Kathedrale von St. Lukas, der evangelische Dom im Herzen Münchens, getaucht in eine Lichtshow, die den Raum vollständig verwandelte. Wer drinstand, stand mitten in etwas, das sich schwer in Worte fassen lässt — und das viele Besucherinnen und Besucher hinterher trotzdem versucht haben. Der Tenor war immer ähnlich: “Ich hätte nie gedacht, dass so etwas in einer Kirche möglich ist.”
Genau das ist St. Lukas als Kulturkirche. Ein Raum, der mehr kann, als man erwartet. Und an diesem Abend hat er es bewiesen.
Nach dem Konzert übernahm DJ Lazy Kid — Resident im Technoclub Harry Klein, der langjährigen Heimat der Jazzrausch Bigband — die Aftershow. Getränke, Nachglühen, Gespräche. Die Nacht ließ sich nicht so leicht loslassen.
Was kommt als Nächstes?
Dieser Abend hat gezeigt, was in diesem Raum möglich ist — und das war erst der Anfang. St. Lukas plant, ähnliche Formate wieder nach Hause zu holen: Musik, die überrascht. Abende, die den Kirchenraum neu erfahrbar machen. Erlebnisse, nach denen man anders rausgeht als man reingekommen ist.
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